Archiv für den Autor: Markus

Chile

Chile 1901

Aníbal Zañartu 1901:

Aníbal Zañartu – LLCh [public domain] http://commons.wikimedia.org/wiki/File:An%C3%ADbal_Za%C3%B1artu_-_LLCh.jpg

Er saß im Kabinett für den kleineren Koalitionspartner, der Liberalen Partei, als Vizepräsident. Daher übernimmt er die Amtsgeschäfte bis zu den angesetzten Wahlen nach dem Tod des Vorgängers. In diesen Monaten scheint nichts Wesentliches zu passieren.

Danach verliert sich Aníbal im Sumpf der Geschichte. An der nächsten Regierung ist er nicht beteiligt. Er wird in den Senat gewählt und stirbt kurze Zeit später.

Chile

Chile 1906 – 1910

Pedro Elías Pablo Montt Montt 1906 – 1910:

Pedro Montt [public domain] http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Pedro_Montt.jpg

Er spielte eine wesentliche Rolle beim Umsturz von 1891, kann sich aber dann zunächst nicht durchsetzen. Zunächst ist seine Regierung mit dem Wiederaufbau in Valparadiso beschäftigt. Des weiteren werden Schulen und Eisenbahnlinien gebaut, so auch die berühmte Strecke über die Anden. Das Volk hat davon nichts, es verhungert vorher. In Iquique erhalten die Arbeiter in den Salpeterminen kein Geld sondern nur Gutscheine, die in den überteuerten Geschäften der Minengesellschaft eingetauscht werden müssen. Es kommt daher zu Massenprotesten auf dem Marktplatz. Die Regierung zieht das Militär zusammen und dies schießt in die Menge, es gibt sieben Tote. Bei der Beerdigung dieser kommt es zu weiteren Protesten, diesmal trifft das Militär besser und es gibt an die Tausend Tote. Die überlebenden Arbeiter werden in Konzentrationslager gesteckt und systematisch gefoltert. Die Arbeiterbewegung erholt sich zunächst nicht. Zumal eine weltweite Salpeterkrise einsetzt und nun auch nach und nach die bürgerlichen Schichten von der Krise betroffen sind.

Nun wird auch noch der Präsident krank, fährt nach Deutschland und stirbt.

Chile

Chile 1910

Emiliano Figueroa Larraín 1910:

Emiliano Figueroa Larraín-2 [public domain] http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Emiliano_Figueroa_Larra%C3%ADn-2.jpg

Auch dies war ein konservatives Mitglied der Regierung Montt Montt und der dritte Mann im Staat bei dessen Tod. Wichtigste Aufgabe seiner kurzen Präsidentschaft war die Organisation der Feier zur 100-jährigen Unabhängigkeit. Danach übergibt er sein Amt an den Wahlsieger. Leider stirbt Emiliano nicht, sondern ist als Geheimbeauftragter des Militärs unterwegs und bereitet die argentinische Anerkennung des noch kommenden Putsches vor. Nach dem Putsch wird er Marionettenpräsident. Dazu später mehr.

Chile

Chile 1915 – 1920

Juan Luis Sanfuentes Andonaegui 1915 – 1920:

Juan Luis Sanfuentes [public domain] http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Juan_Luis_Sanfuentes.jpg

Auch dies ein konservativer Politiker, der Minister unter Montt Montt war. 1915 tritt er mit einem Rechtsbündnis bei den Wahlen an und gewinnt nicht, da kein Kandidat die absolute Mehrheit erhält. In diesem Fall darf in Chile der Kongress entscheiden und dieser wählt ihn zum Präsidenten.

Juan trifft die Entscheidung, dass Chile sich im Ersten Weltkrieg neutral verhalten soll, damit an alle Seiten verkauft werden kann. Es besteht ein hoher Salpeterbedarf, Chile wird reich. Eigentlich nicht, da nur eine Minderheit hiervon profitiert, die Masse hungert. Juan bringt ein paar wenige soziale Regelungen auf den Weg, so eine Arbeitsunfallversicherung und Unterstützung für Schüler. Schließlich führt er die allgemeine Schulpflicht ein, für Südarmerika richtig links.

Dann bricht über Chile eine Katastrophe ein, der Erste Weltkrieg endet. Die folgende Wirtschaftskrise und das Beispiel der russischen Revolution führen zu einer Stärkung der Gewerkschaften und schließlich zu einem Generalstreik. Trotzdem wird gewählt und Juan kann sich nicht durchsetzen.

Chile

Chile 1924 – 1925

Luis Altamirano Talavera 1924 – 1925:

Luis Altamirano [public domain] http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Luis_Altamirano.jpg

Dieser General (Höchster Militär Chiles) kommt zur Macht durch den Putsch am 11. September. Er hat die gleiche Funktion wie später ein Herr Pinochet und dies ist alles kein Zufall. Der CIA wird später eine gewisse historische Ironie beweisen.

Die siegreichen Generäle bilden keine Junta sondern legen die Funktionen in der Regierung fest, daher wird Altamirano rechtswidrig zum Präsidenten. Er löst die demokratischen Institutionen auf, bekämpft den Aufstand und versucht die Wirtschaft anzukurbeln. Alles ziemlich erfolglos, daher beschließen seine Kameraden, es wieder mit dem gewählten Präsidenten zu versuchen. Dieser wird aus dem Exil zurückgeholt.

Über das weitere Schicksal von Altamirano ist leider nichts mehr bekannt. Die Geschichte schweigt über Loser.

Chile

Chile 1925

Luis Barros Borgoño 1925:

Barros Borgoño [public domain] http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Barros_Borgo%C3%B1o.jpeg

Er ist Vizepräsident als Alessandri zum zweiten Mal zurücktritt und wird daher Präsident. Er war in einigen vorherigen Kabinetten Minister und ist ein Urgestein der Konservativen Partei. Im Jahr 1920 ist er der Gegenkandidat von Alessandri, verliert dort aber knapp. Das sie nun zusammen in der Regierung sitzen zeigt, dass die politischen Unterschiede zwischen Ihnen marginal sind.

In den zwei Monaten seiner Amtszeit hat er keine Macht, diese liegt, wie im Jahre 1925 immer, bei dem Militär. Hier sitzen die Verantwortlichen für die Massaker und die Abschaffung der Demokratie. Dennoch folgt zunächst ein gewählter Präsident.

Chile

Chile 1927 – 1931

Carlos Ibáñez del Campo 1927 – 1931:

Carlos Ibanez del Campo [public domain] http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Carlos_Ibanez_del_Campo.jpg

Da haben wir ihn nun, den Sieger des Putsches. Er war in der Armee nur ein relativ kleines Licht, Leiter einer Schule. Diese Schule spielt aber die entscheidende Rolle bei der Besetzung des Präsidentenpalastes und Carlos wird zum mächtigsten Mann Chiles und sorgt für die neue Verfassung und zunächst die Entmachtung und dann die Liquidation der Linken. Trotzdem nerven ihn die gewählten Volksvertreter und so drängt er erst Alessandri und dann Figueroa aus dem Amt. Nun wird er über die Vizepräsidentenregel zum Präsidenten.

In dieser Zeit kommt es zu einer völligen Überbewertung sämtlicher Wertpapiere und sonstigen handelbaren Gütern in den USA. Dies führt zu einem unglaublichem Reichtum auf Pump. Auch Chile kann hiervon profitieren. Die Wirtschaft funktioniert zwar nicht, aber es gibt einige, die mit Geld herumschmeißen können, daher fällt auch für andere etwas ab. Dies und die vorherigen Liquidationen führen zu einer Beruhigung der Lage in Chile. Carlos kann ein bisschen gestalten, gründet die Luftwaffe und eine Fluglinie. Er baut aber weder eine stabile Wirtschaft noch ein Sozialsystem auf. Daher trifft der Zusammenbruch aller Werte (1929) Chile besonders hart. Mit einem Schlag geht nichts mehr. Die Linken sind wieder da und machen (zu recht) Carlos verantwortlich. Ein Generalstreik wird ausgerufen und Carlos muss 1931 zurücktreten und ins Exil fliehen.