Costa Rica

Costa Rica 1902 – 1906

Ascensión Esquivel Ibarra 1902 – 1906:

Ascención Esquivel Ibarra [public domain] http://en.wikipedia.org/wiki/File:Ascenci%C3%B3n_Esquivel_Ibarra.JPG

Dieser in Nicaragua geborene Vertreter der Bürgerpartei übernimmt nun das Präsidentenamt. Costa Rica wird zu diesem Zeitpunkt beherrscht von US-Unternehmen, wogegen sich, anders als in einigen Staaten der Region, noch kein größerer Widerstand erhebt. Der Schwiegervater des Vorgängers von Esquivel war der Unternehmer, der eine Eisenbahnstrecke von den Kaffeeplantagen zur Küste gebaut hat. Hierfür bekommt er große Teile Land zugesprochen, die er an verschiedene US-amerikanische Unternehmen verpachtet. Auch die United Fruit Company ist hier aktiv. Die Unternehmen stehen außerhalb des costaricanischen Rechts, zahlen keine Steuern und bringen auch ihre eigenen Arbeitskräfte mit. So kommen um die Jahrhundertwende zahlreiche Jamaicaner, Chinesen und Schwarze aus den USA nach Costa Rica. Costa Rica ist de facto eine Kolonie, der Staat übernimmt nicht mal wirklich verwaltende Aufgaben.

Esquivel führt diese Politik fort, indem er das Eisenbahnnetz zu gleichen Konditionen weiter ausbauen lässt. Hierbei geht es vor allem um Verbindungen nach Panama, das durch das Imperium gerade von Kolumbien abgespalten worden ist. Bald kann also auch der costaricanische Kaffee über die beiden Häfen am Kanal im südlichen Nachbarstaat abtransportiert werden.

Die sowieso schon nur sehr geringen staatliche Ausgaben werden noch weiter zurückgefahren. Kein Staat Costa Rica soll den Logistik- und Agrarunternehmen irgendwie Konkurrenz machen bei der Verwaltung des Landes.

Dennoch sind zwei Dinge aus Esquivels Amtszeit bleibend. Erstens führt er einen Text für die Nationalhymne ein, der bis heute gültig ist. Und zweitens etabliert er ein Strafrecht. Ob auch Gerichte aufgebaut werden, ist leider nicht überliefert.

Für die Wahlen von 1906 sorgt Esquivel dafür, dass vier Kandidaten nicht antreten können, indem er sie ausweist und er lässt die Wahlen im Ausnahmezustand durchführen. So kann Esquivel nach demokratischen, freien und fairen allerdings nicht geheimen Wahlen an seinen favorisierten Kandidaten übergeben.

1917 ist er beteiligt an der Ausarbeitung einer neuen Verfassung. Entsprechend dieser wird er im selben Jahr Vorsitzender des Obersten Gerichtshofs. 1923 stirbt er.

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