Chile

Chile 1910 – 1915

Ramón Barros Luco 1910 – 1915:Ramón Barros Luco

Abgesehen von der linken Opposition, die sich während seiner Amtszeit spaltet, hat niemand was gegen Barros. Warum das so ist, lässt sich am besten durch seine Regierungserklärung deutlich machen: „99% aller Probleme lösen sich von selbst und das übrige 1% hat keine Lösung“.

Dementsprechend ist Barros nicht als Politiker in die Geschichte eingegangen, sondern als Sandwich. In Chile heißen Sandwichs mit Rind und Käse Barros Luco. Das ist so, weil Ramón täglich so ein Sandwich gegessen hat.

Während der fünf Jahre passiert abseits des Fastfoods nicht viel. Allerdings beginnen die Linken sich besser zu organisieren. Neben der Gründung der Sozialistischen Arbeiterpartei beginnt sich eine einheitliche Gewerkschaftsbewegung zu formieren. Noch haben wir aber den alten Zustand, dass die Linken nicht eigenständig bei Wahlen antreten und die hungernden Arbeiter sich unkoordiniert totprügeln lassen. Zu der Zeit von Barros sind es jährlich ca. 500 Menschen, die der brachialen Polizeigewalt zum Opfer fallen, womit er eine der mildesten Quoten in der ersten Hälfte des Jahrhunderts hat. Die Repression kann etwas nachlassen, wegen dem Ersten Weltkrieg. An diesem beteiligt sich Chile nicht militärisch, profitiert aber von ihm dadurch dass die beiden wichtigsten Exportgüter Kupfer und Salpeter kriegswichtig sind.

Barros schließt mit den Präsidenten Argentiniens und Brasiliens den ABC-Pakt. Ein um politische und wirtschaftliche Kooperation erweiterter Beistandspakt, der als ein Vorläufer des Cepalismo gelten kann, also nichts linkes oder antiimperialistisches. Die Kooperation bleibt auf niedrigem Niveau, der Imperialismus bleibt dominierend und soll das auch. Eher bietet die günstige Wirtschaftslage während des Kriegs die Möglichkeit den Imperialismus um einen regionalen Kapitalismus zu ergänzen und so denn auch zu stützen und zu stabilisieren.

Barros stirbt 1919 an der Spanischen Grippe.

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