Singapur

Singapur

Goh Chok Tong 1990 – 2004:

Singapore’s Prime Minister Goh Chok Tong (right) responding to a reporter’s question during a joint press conference with United States Secretary of Defense Donald H. Rumsfeld outside the Pentagon. Goh, Rumsfeld and some of their top advisors met earlier to discuss a range of policy and security issues of interest to both nations. See DefenseLINK news photos. United States Department of Defense (2001-06-14). Retrieved on 2009-05-10. [public domain] http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Goh_Chok_Tong_with_Donald_Rumsfeld,_010614-D-9880W-050.jpg

Der Regierungswechsel 1990 führt nicht zu einem Politikwechsel. Zum einen bleibt der Vorgänger Teil der Regierung zum anderen hatte Goh (rechts im Bild) als zweiter Mann der Regierungspartei die Politik eh voll mitgetragen.Es ändert sich also wenig. Allerdings wird das Gefängnis von Singapur während seiner Amtszeit zu einem der modernsten weltweit ausgebaut.

Ähnlich wie die arabischen Golfstaaten erschließt auch Singapur eine bestimmte Klasse von Touristen, die es ganz toll findet, in hohen Häusern keimfrei zu teure Sachen zu kaufen. Da die Gefahr in Singapur Opfer einer Straftat zu werden tatsächlich relativ gering ist und es tatsächlich Leute gibt, denen es nichts ausmacht, im Schatten von Gefängnismauern sich zu sonnen (?), ist dieses Konzept von Erfolg gekrönt.

Goh selbst gilt als weltoffener Herrscher. Schließlich lässt er zu, dass sich in Singapur eine kleine Künstlerszene bilden darf. Sogar Spielfilme dürfen nun in Singapur gedreht werden. Selbstverständlich achtet der Staat genau darauf, dass hier nicht die falschen Inhalte vermittelt werden.

Des Weiteren baut er das Sozialsystem aus. Jeder der eine Arbeitsstelle hat, ist nun krankenversichert (die anderen können ja einfach zum Gefängnisarzt gehen). Es gibt auch eine Rentenversicherung. Hier existiert das weltweit wohl einmalige System, dass wer mit 64 in Pension geht, Rentenzahlungen bis 84 bekommt, wer mit 66 in Rente geht, bekommt Zahlungen allerdings bis zum 86. Geburtstag usw. Da die Straßen von Singapur nicht durch Leichen von alten Menschen verdreckt sind, muss es korrespondierend eine Möglichkeit zur Entsorgung geben. Ehe man jetzt aber in Begeisterungsstürme ob dieses sozialen Systems ausbricht, sei der Hinweis erlaubt, dass sich Menschen mit geringen Löhnen eine Teilnahme an diesem System nicht leisten können. Damit diese die Statistiken von Singapur aber nicht schlecht aussehen lassen, werden Menschen die am sozialen System nicht teilnehmen gar nicht erfasst. So taucht Singapur in einigen Statistiken als Stadt mit sehr hohem Lebensstandart auf.

Goh ist ein Vorreiter einer grünen Stadtpolitik. So ist es nicht jedem Bürger erlaubt ein Auto zu fahren. Das Recht ein Auto zu besitzen, muss in einer Versteigerung erworben werden. Eine Versteigerung ist eine der besten Möglichkeiten, um sicherzustellen, dass die Reichen nicht benachteiligt werden. Natürlich ist ein scharfes Strafrecht auch hervorragend geeignet sicherzustellen, dass Müll dort landet, wo er hingehört (in diesem Fall wahrscheinlich Malaysia).

Auch die Demokratie bringt Goh weiter. So wird ab 1991 der Präsident des Landes direkt vom Volk gewählt. Allerdings sind die Voraussetzungen, die ein Kandidat mitbringen muss (finanziell und moralisch), so hoch, dass in den letzten Wahlen nur ein Kandidat zugelassen worden ist (interessanterweise der Kandidat, der von der Regierung empfohlen wurde). Der Präsident ist der Regierung untergeordnet und wird deshalb hier nicht behandelt.

Auch Goh selbst wird immer wieder gewählt. Er erreicht hierbei Werte von über 70%. Woanders ist dies ein Zeichen von möglichem Wahlbetrug, in Singapur allerdings der Ausdruck von Volkeswillen.

In seinen letzten Regierungsjahren wird Goh auch noch zum Vorkämpfer von Schwulenrechten. Er erlaubt Homosexuellen zu arbeiten. Die Ausübung von Homosexualität ist zwar immer noch verboten und wird hart bestraft, aber in Singapur soll man ja auch arbeiten und nicht Schweinkram betreiben.

2004 tritt Goh zurück, bleibt aber als Senior Minister wie sein Vorgänger dem Kabinett erhalten.

Autor: Markus

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>