Singapur

 

Singapur

Lee Hsien Loong seit 2004:

DAVOS/SWITZERLAND, 26JAN12 – Lee Hsien-Loong, Prime Minister of Singapore is captured during the session ‘The Outlook for East Asia’ at the Annual Meeting 2012 of the World Economic Forum at the congress centre in Davos, Switzerland, January 26, 2012. Copyright by World Economic Forum. swiss-image.ch/Photo by Moritz Hager http://en.wikipedia.org/wiki/File:Lee_Hsien-Loong_-_World_Economic_Forum_Annual_Meeting_2012.jpg

Dies ist der Sohn des Staatsgründers. Irgendwelche Änderungen an der Politik gibt es dementsprechend nicht.

Singapur ist weiterhin sehr erfolgreich, auch aus den Krisen der 90er geht die Stadt gestärkt hervor. Es gelingt in den 90er und 2000er Jahren sogar die Ökonomie stärker zu diversifizieren. Neben dem Seehafen bekommt Singapur auch einen der größten Flughäfen der Welt, der bis heute immer weiter ausgebaut wird. Der Tourismus beruht vor allem auf Umsteigern, die nach Australien oder in die Südsee wollen, sich vorher aber noch diese schöne Stadt angucken wo man, wenn man mit 10 Gramm Hasch erwischt wird, für 20 Jahre ins Gefängnis kommt. Durch eben solche verurteilte Ausländer gerät Singapur immer mal wieder in die Schlagzeilen, anders als bei in der Türkei verurteilten Vergewaltigern führt dies aber nicht dazu, dass man Singapur für einen Unrechtsstaat halten soll. Nein, Singapur ist und bleibt Vorbild. Lee legalisiert das Glücksspiel, damit diese Touristen noch etwas länger bleiben und noch etwas mehr Geld da lassen. Es gibt nun einige Ressorts mit Kasinos. Auch bekommt die Börse von Singapur eine immer größere Bedeutung und die singapursche DBS Bank ist inzwischen das größte Kreditinstitut in Südostasien.

Lee weitet die Militäraktivitäten aus. Hatte sich Singapur vorher nur in kleinem Umfang an der UN-Mission in Osttimor beteiligt, kommt es jetzt zu Beteiligungen an den verschiedensten Einsätzen in Asien. Ein kleines Kontingent im Irak und in Afghanistan und vor der Küste Somalias, sowie ein großer Einsatz im Südchinesischen Meer gegen Piraterie. Es ist nun auch wirklich von vitalem Interesse des zweitgrößten Seehafens der Welt, dass die internationalen Seerouten sicher sind. Daher ist die Beteiligung nicht überraschend.

Ansonsten bleibt alles beim Alten. Auch die Krise 2009ff hat keinen signifikanten Einfluss auf Singapur. Eine Demokratisierung des Staats, die Einführung eines Sozialwesens oder wenigstens eine leichte Humanisierung des Justizwesens ist nicht in Sicht. Es wird Singapur leider auch weiter so geben wie bisher.

Autor: Linus Deitermann