Griechenland

Griechenland (Monarchie)

Georg I. 1863 – 1913:

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a6/George_I_of_Greece.jpg, See page for author [Public domain], via Wikimedia Commons

Dieses Land hat eine gewisse Vergangenheit in der Antike, gerät dann aber irgendwann unter komplette osmanische Herrschaft. Diese Herrschaft stößt auf Ablehnung der griechischen Bevölkerung und bleibt eine Fremdherrschaft. Der Islam kann sich in Griechenland nicht durchsetzen. Anders in den ehemaligen griechischen Kolonien in Kleinasien. Dort wird konvertiert und die Griechen werden zur Minderheit. Die ehemalige oströmische Hauptstadt Byzanz wird zu Istanbul und Sitz des Sultans.

1821 kommt es im Kernland (Peloponnes) zu einer erfolgreichen Revolution. Nach dem Vorbild von Paris wird die Republik ausgerufen. Die europäischen Mächte sehen hier eine Chance zur Schwächung des Osmanischen Reiches und verhindern, dass die Flotte des Sultans das aufständische Gebiet zurückerobert. Diese Tat stellen die europäischen Mächte den Griechen in Rechnung, sodass die Griechen schon vor der erlangten Unabhängigkeit völlig überschuldet sind. 1830 erkennen dann sowohl die Briten als auch der Sultan die Republik Griechenland als souveränen Staat an. Aber die europäischen Monarchen haben ein Problem mir der Republik. Zum einen möchten sie der republikanischen Bewegung, die auch ihre Herrschaft bedroht, weder einen Erfolg noch ein Vorbild liefern, zum anderen schickt sich die junge Republik an, die Schulden nicht zurückzuzahlen. Als dann das erste Staatsoberhaupt ermordet wird, beschließen die Europäer (ohne Beteiligung der Griechen) einen König in Griechenland einzusetzen. Die Wahl fällt, sicherlich mit Hintergedanken, auf den geistesgestörten Bruder Otto des fragwürdigen Königs von Bayern Ludwig II. Dieser darf zwar sein Asyl für Geistesgestörte nicht verlassen, aber sein Bruder schickt ein Heer von bayerischen Beamten nach Griechenland, die dort die Macht übernehmen. Sie sorgen für den Aufbau der Wirtschaft (insbesondere wird Bier in Griechenland eingeführt) und dafür, dass die Schulden bezahlt werden. Daher kann Griechenland sich nicht so rasant in Richtung Kapitalismus entwickeln, wie die anderen europäischen Staaten. Weder Ludwig II. noch Otto produzieren aus nachvollziehbaren Gründen irgendwelche Nachfahren, so dass die europäischen Mächte nach schließlich offiziell festgestellter Unzurechnungsfähigkeit Ottos, einen neuen König einsetzen müssen.

Georg ist der zweite Sohn des dänischen Königs und somit ohne Aussicht auf diesen Thron. Daher greift er zu und begibt sich nach Athen. Dort hat er allerdings ein Problem. Die bayrischen Beamten sind nicht bereit ihre Macht aufzugeben. Georg verbündet sich daher mit dem Parlament (bis dahin machtlos) stärkt dessen Rolle und stützt sich auf die Parlamentarier. Dies klappt zunächst ganz gut. Die Ökonomie kann angekurbelt werden und die Tilgung der Schulden drückt nicht mehr so. 1896 finden die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit statt und Griechenland ist auf der Weltkarte angekommen.

Georg ist so eng mit den griechischen Nationalisten verbündet, dass er mit ihnen zusammen versucht, vermeintliche griechische Landesteile, die noch unter osmanischer Herrschaft stehen, zu befreien. Dies stößt auf Widerstand der europäischen Monarchen, die Georg daran erinnern, wer ihn eingesetzt hat. So wird er davon abgehalten Teile von Epirus (heutiges Südalbanien) und Teile von Makedonien (heute ein selbstständiger Staat) und Thessaloniki (heute Griechenland) zu befreien. Zu allem Überfluss beginnen nun die Großmächte auf dem Balkan sich um die Beute (ehemalige Gebiete des Osmanischen Reichs) zu zanken und es folgen unzählige Balkankriege. Georg will sich nicht beteiligen, aber eine Gruppe von jungen Offizieren bekommt die Kontrolle über das Parlament und kann so den König zwingen.

1913 wird Georg in Thessaloniki von einem Geisteskranken erschossen. Es konnte nie geklärt werden, ob dieser im osmanischen, bulgarischen oder deutschen Auftrag gehandelt hat.

Autor: Markus

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