Griechenland

Griechenland (Monarchie)

Alexandros Zaimis Αλέξανδρος Ζαΐμης 1929 – 1935:

Zamos [public domain] http://en.wikipedia.org/wiki/File:Zamos_7609302552_087d90a72c_o.jpg

Diesen Kreter kennen wir schon als royalistischen Gegenspieler von Venizelos, welcher zwei Mal eine republikanische Gegenregierung gegen Zaimis bildet. Nun aber ist Griechenland eine demokratische Republik und damit sind die alten Streitigkeiten vergessen. Demokratie bedeutet schließlich, dass alle politischen Fraktionen zusammenarbeiten können und dies funktioniert in Griechenland mit Zaimis und Venizelos auch wunderbar.Es hat zwischen 1926 und 1929 einen leichten Aufschwung gegeben. Die mit der Schifffahrt zusammenhängende Industrie hat sich wiederbelebt und kleinere Unternehmungen im Bergbau sind entstanden. Zudem gibt es Verbesserungen in der Lebensmittelversorgung. Auch die Drachme stabilisiert sich. Nun aber kommt die Weltwirtschaftskrise über das Land und aller Aufschwung ist vorbei. Wer schuld daran ist, ist natürlich klar. Die Kommunisten waren es. Zaimis richtet Konzentrationslager ein, in die Kommunisten gesperrt werden. Grundlage ist ein als „Idionymon“ bekanntes Gesetz, das „die Förderung von Gedanken zum Umsturz des bestehenden Sozialsystems“ verbietet und mit 6 Monaten (1932 auf ein Jahr verlängert) Lagerhaft bestraft. Wie im Gesetz ganz offen steht, richtet sich der Idionymon nicht nur gegen antikapitalistische Handlungen, sondern schon dagegen über solche nachzudenken. Betroffen ist nicht nur die KKE, Mitglieder und Anhänger sämtlicher sozialistischer Parteien und der Gewerkschaften landen im KZ.

Zwar gelingt es nicht die Gewerkschaften und die Kommunistische Partei vollständig zu zerschlagen, jedoch ist die Repression harsch genug, damit die Liberalen keinen Umsturz von links zu befürchten haben und auch nicht irgendwelche unsinnigen Maßnahmen gegen die sich wieder ausbreitende Armut und den Hunger einleiten müssen. Die Weltwirtschaftskrise bleibt in Griechenland völlig unbeantwortet und kann sich so gut weiterentwickeln.

Zaimis kümmert sich derweil um wichtigeres. Es ist dies ein enges Abkommen mit dem faschistischen Italien und ein Freundschaftsvertrag mit Jugoslawien. Zudem werden diplomatische Beziehungen zur Türkei aufgenommen. Trotz allem sind die Liberalen inzwischen wohl zu der Erkenntnis gekommen, dass die Idee, dass Griechenland eigentlich von Wien bis Damaskus reichen müsste, nicht ganz so leicht zu verwirklichen ist.

1932 wird Venizelos abgewählt. Die KKE erreicht trotz der Zermarterung durch die KZs und Einschüchterung am Wahltag mit mehr als 10% ihr bestes Ergebnis vor dem Zweiten Weltkrieg, für eine Regierungsbildung reicht das aber deutlich nicht. So kommen stattdessen die Royalisten in die Regierung. Auch die tun nichts gegen die sozialen Folgen der Krise, verschärfen aber die Verfolgung von Linken. Es nützt wenig, Streiks und Unruhen der armen Landbevölkerung brechen aus und gefährden den Bestand des „bestehenden Sozialsystems“. 1935 ist es klar, dass die Elite den Weg in den Faschismus gehen will, es ist aber nicht klar wer Führer werden darf. Venizelos oder Metaxas, die Liberalen oder die Royalisten? Zuerst versucht Venizelos zu putschen, er scheitert aber am Widerstand royalistischer Militärs, woraufhin er fliehen muss und niemals wieder kommen kann. Zwei liberale Generäle werden infolge hingerichtet. Hiermit ist der Weg für Metaxas frei. Es kommt zu einem zweiten Putsch in 1935 und dieser ist nun erfolgreich. Als erste Amtshandlung erklärt Metaxas die Republik für abgeschafft und die Monarchie für wiedereingeführt. Damit endet die Präsidentschaft von Zaimis, der ein alter Weggefährte von Metaxas ist und es in diesem Moment wohl bereut sich mit Venizelos ausgesöhnt zu haben. Er geht ins Exil ins faschistische Österreich, wo er ein Jahr später stirbt.

Autor: Linus Deitermann

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>