Griechenland

Griechenland (Monarchie)

Ioannis Metaxas Ιωάννης Μεταξάς 1935 – 1941:

Metaxas-regime-greek-fascism [public domain] http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Metaxas-regime-greek-fascism.png?uselang=de

Im Ersten Weltkrieg ist Metaxas (mittig im Bild, nicht grüßend) der Generalstabschef und enger Berater Konstantins. Als solcher ist er gegen die Zusammenarbeit mit der Entente und gegen die Konfrontation mir dem Osmanischen Reich. Eingedenk seiner Erziehung in preußischen Offiziersschulen will er lieber das tun, was dem Kaiser nützt. Wie wir schon wissen kann sich Metaxas nicht durchsetzen. Als er sich weigert an der Seite der Entente in den Krieg einzugreifen, tritt erst Venizelos zurück und bildet dann eine Gegenregierung. Schließlich wird Metaxas entlassen und der König muss ins Exil. Nach der Katastrophe im griechisch-türkischen Krieg kann er steil der Sonne entgegen kommen und sagen, dass er es ja schon immer gesagt hat und irgendwie recht hat. So beteiligt er sich am Putsch 1923 und ist danach an mehreren Regierungen beteiligt. Sein Ziel ist die Restauration der Monarchie und ein starkes Griechenland, das nicht seine Nachbarn überfällt. Im letzten Punkt stimmt er mit dem geläuterten Venizelos überein, sodass die beiden zunächst in der Republik zusammenarbeiten können. Zumal die Liberalen schon von sich aus alles tun, um jegliche Ansprüche oder gar Gefahren von links auszuschließen.Bei den Wahlen bekommen die verschieden Parteien von Metaxas zunächst um die 5% um später noch gehörig an Stimmen zu verlieren. Dennoch wird er in den dreißiger Jahren Kriegsminister. Er stammt halt aus einer der einflussreichsten griechischen Familien und dies ist viel wichtiger als so etwas wie Wähler.

Obwohl die offen monarchistischen Parteien nicht einmal 15% der Stimmen vereinigen können, wird 1935 mal wieder eine Volksabstimmung zur Restauration der Monarchie durchgeführt. Hier spricht sich eine Mehrheit für die Rückkehr des Königs aus. Die Liberalen halten die Abstimmung für gefälscht, die linken Kräfte versuchen sich gerade neu zu sammeln. Ihnen ist die Rückkehr des Königs egal. Obwohl die Liberalen bei der Wahl 1935 65% der Stimmen erhalten haben, verlieren sie den Kampf um die Verfassung. Venizelos reagiert mit einem Putschversuch, den aber keiner unterstützt. Die Kommunistische Partei kündigt an, bei den nächsten Wahlen die Macht erringen zu wollen.

1936 enden dann die Wahlen mit einem Patt. Weder Liberale noch Royalisten haben die Mehrheit, beide müssten mit den Kommunisten zusammenarbeiten oder eine große Koalition bilden. In dieser Situation überträgt der König Metaxas die Aufgabe der Regierungsbildung. Seine Partei hatte immerhin 3,4% der Stimmen und gar keinen Partner. Aber das macht nichts. Mataxas erklärt den Notstand und die Verfassung für wirkungslos. Er verbietet alles, was ungriechisch ist: Parteien, Gewerkschaften, Streiks, Parlamente, Widerspruch. Die Kommunistische Partei wird nicht nur verboten, sondern deren Mitglieder auch getötet und seltener eingesperrt. Metaxas ist der Auffassung, dass die Griechen das beste und erfolgreichste und damit überlegene Volk der Erde sind. Alle Bücher, die etwas anderes aussagen, werden verboten und öffentlich verbrannt. Dies sind recht viele. Neben den marxistischen und linken Büchern, auch Goethe, Shaw und Kant, sowie Platon. Glück kann nur die griechisch orthodoxe Kirche und die Monarchie bringen.

Da der Markt (die Liberalen) gescheitert ist, muss Protektionismus herrschen. Das heißt die großen Konzerne müssen geschützt werden, vor hohen Löhne, Kündigungsschutz und Konkurrenz. Wie seine Vorbilder Mussolini und Salazar erhöht Metaxas die Wochenarbeitszeit.

Daneben führt er Mindestlöhne ein. Wie in Deutschland führt dies dazu, dass die Löhne nicht mehr steigen können. Er wird der Vater des griechischen Sozialversicherungssystems. Unter ihm gibt es zum ersten Mal eine gesetzliche Krankenversicherung und eine Rentenversicherung, die heute (noch) die größte in Griechenland ist. Also hat auch er verstanden, dass das Töten und Foltern von Kommunisten nicht ausreicht, um soziale Revolten zu verhindern, es bedarf auch einer gewissen Grundsicherung.

Der Faschismus von Metaxas funktioniert ohne Massenorganisation (auch wenn er eine Jugendorganisation gründet und alle Schulbücher umschreiben lässt). Metaxas stützt sich einzig und allein auf König, Militär und Kirche.

Außenpolitisch grenzt er sich bewusst von Nazideutschland ab, insbesondere Antisemitismus ist ihm fremd. Die Gesetze, die Juden in Griechenland ausgrenzen (erlassen durch die Liberalen), werden von ihm aufgehoben. 1939 erklärt Metaxas konsequenterweise die Neutralität Griechenlands. Mussolini drängt Griechenland aber deutlich in den Krieg.

1940 verlangt Mussolini von ihm, dass italienische Truppen in Griechenland Basen aufbauen dürfen. Das Anliegen ist deutlich eine Besetzung Griechenlands. Die Antwort Metaxas besteht aus einem einzigen Wort: Ohi! (Nein). Daraufhin überfällt Mussolini von Albanien aus Griechenland. Die Verteidigung gegen die Italiener wird zum ersten militärischen Erfolg Griechenlands seit langem. Der Ohi!-Tag wird von gewissen Kreisen daher heute noch gefeiert. Die Italiener ziehen verschämt ab und Griechenland besetzt einen Teil von Albanien. Die Italiener kommen mit ihrem großen Bruder (Deutschland) wieder, aber dies erlebt Metaxas nicht mehr, da er im Januar 1941 überraschend stirbt.

Autor: Markus

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>