Griechenland

Wir lassen uns das dagegegnsein nicht verbieten

Kurt-Fritz von Graevenitz 1943 – 1944:

Dies ist ein Leutnant aus dem Ersten Weltkrieg, der dann Jura studiert um schließlich im Auswärtigen Amt zu landen. Anfang der vierziger Jahre wird er nach Belgrad versetzt. Dort arbeitete er mit Hochdruck an seiner Karriere und tritt unter andrem der NSDAP bei. So schafft er es bis zur zweiten Stelle der „Dienststelle des Bevollmächtigten des Reichs für Griechenland“. Als nun Altenburg zu anderen Aufgaben gerufen wird, übernimmt er die Dienststelle und wird daher Herrscher über Griechenland.

Im März 1944 kommt es dann doch zum Abtransport der Juden von Athen und dem Peloponnes. Graevenitz protestiert dagegen, weil er nicht gefragt wurde, ob auch nicht griechische Juden mitgenommen werden dürfen. Graevenitz befürchtet Reaktionen befreundeter Staaten, wie Ungarn, oder Spanien. Immerhin, so meldet er nach Berlin, wurden die Juden in Viehwagons mit Bänken transportiert. Eine Reaktion des Auslands bleibt aus.

In Griechenland tobt der Partisanenkrieg und die Deutschen haben dem immer weniger entgegen zu setzen. Wie schon sein Vorgänger agiert Graevenitz mit Vergeltungsmaßnahmen. Das Dorf Distomo wird komplett ausgerottet. Nach und nach geht der deutsche Einfluss zurück und die kommunistischen Partisanen gewinnen die Überhand. Dies führt zum einen dazu, dass sich nun auch royalistische Partisanen an den Kämpfen beteiligen. Andere Gruppen kämpfen direkt gegen die Kommunisten und werden dabei von den Deutschen unterstützt. So geht die deutsche Besetzung direkt in den griechischen Bürgerkrieg über.

Im Herbst 1944 hat Deutschland seinen Einfluss verloren. Die Dienststelle von Graevenitz bleibt zwar noch ein bisschen bestehen, aber bald muss er Athen verlassen.

Graevenitz wird niemals für seine Verbrechen gerichtlich belangt. Nicht einmal über eine Entnazifizierung ist etwas bekannt. Bereits 1951 arbeitet er für das Auswärtige Amt der Bundesrepublik. Nach seiner Pensionierung arbeitet er noch bis zu seinem Tode als Dozent an der Führungsakademie der Bundeswehr.

Erst in jüngster Vergangenheit hat sich das Auswärtige Amt von Menschen wie Graevenitz distanziert. Eine Entschädigung Deutschlands für die Kriegsverbrechen in Griechenland ist bislang nicht gezahlt worden.

Autor: Markus

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