Griechenland

Kommunisten

Nikolaos Zachariadis Νίκολαος Ζαχαριάδης 1946 – 1949:

Dies ist der Generalsekretär der KKE von 1931 bis 1956. 1936 von Metaxas eingesperrt, wird er nach der Besetzung durch Deutschland nach Dachau überführt. Zachariadis überlebt das KZ und kann so 1945 nach Griechenland zurückkehren. Zu diesem Zeitpunkt ist die KKE Teil der Regierung und die Entwaffnung von ELAS ist schon betrieben worden. Allerdings ist die ELAS nicht vollständig zerschlagen worden, ganz zur Ruhe kommt das Land daher nicht. Die kommunistischen Guerillas bekämpfen auch zwischen Februar 1945 (Regierungsbeitritt der KKE) und Juni 1946 (Regierungsaustritt der KKE) die griechische Armee und die britischen Besatzer. Zachariadis nun beendet einige Monate nach seiner Rückkehr die Beteiligung an der Regierung.

Die übrig gebliebenen Einheiten von ELAS werden in eine neue kommunistische Armee, die DSE, integriert und verstärkt durch Mitglieder der KKE. Die Kämpfe werden so wieder heftiger und die Kommunisten können im nördlichen Hinterland, auch wegen der Hilfe aus Jugoslawien und Albanien, einige Erfolge erringen. Allerdings können sie nicht annähernd an 1944 anknüpfen, als die ELAS das gesamte Land unter Kontrolle hatte.

Zum Jahreswechsel 46/47 übernimmt Zachariadis zusätzlich zum Posten des Parteichefs auch das Oberkommando der DSE. Er leitet die Bildung einer Gegenregierung ein, die ein sozialistisches Griechenland ausruft. Es fehlt aber die Kontrolle über das Land um tatsächlich Maßnahmen zum Aufbau des Sozialismus einzuleiten. Es gelingt der griechischen Armee trotz der finanziellen und logistischen Unterstützung der Briten nicht die DSE zu besiegen. Die britische Armee greift in diesem zweiten griechischen Bürgerkrieg nicht mit Kampftruppen ein.

Der Krieg lähmt das Land und verhindert so ein „Wirtschaftswunder“. Es steht zudem zu befürchten, dass wenn die Briten abziehen die KKE die Macht übernimmt. Das wollen weder Truman noch Stalin, also greifen sie ein. Truman entsendet Militärberater und pumpt viel Geld nach Griechenland um die Armee hochzurüsten. Stalin weist Zachariadis an keine Unterstützung mehr von Jugoslawien anzunehmen, was dieser auch befolgt. Allerdings unterwandert er dies ein Stückweit durch den Aufbau einer mazedonischen Guerillaeinheit, die für die Integrierung des griechisch besetzten Teils Mazedoniens nach Jugoslawien kämpft. Zum offenen Bruch mit Stalin ist Zachariadis aber nicht bereit und so verläuft dieser Versuch den Bruch zwischen Jugoslawien und der UdSSR zu unterwandern im Sande. Albanien betreibt weiter aktiv die Unterstützung der DSE, ist aber zu klein.

Die DSE verliert also die Unterstützung aus dem Ausland (aus der Sowjetunion kommt zu keinem Zeitpunkt irgendwas) und kann durch die durch die USA hochgerüstete Armee geschlagen werden. Der Sieg der Monarchie ist allumfassend. Die KKE und die DSE werden vollständig zerschlagen. Kommunisten, denen die Flucht nicht gelingt werden in „Umerziehungslagern“ interniert. Schon während des Kriegs landen so viele Guerilleros im KZ. Auch 25.000 Kinder von Kommunisten werden zur Umerziehung in Lager gesperrt. Die DSE reagiert hierauf und richtet ihre Aktionen ab Mitte 47 fast ausschließlich auf die Befreiung von Gefangenen. 20.000 dieser befreiten Kinder, wird in Staaten des Warschauer Pakts Asyl gewährt. Die Führung der Partei um Zachariadis flieht nach Moskau. 100.000 kommunistische Kämpfer sind 1949 entweder im Exil oder im KZ.

Insgesamt fallen dem Bürgerkrieg rund 160.000 Menschen zum Opfer, mehr als 1 Mio. werden obdachlos. Griechenland liegt 1949 also in Ruinen.

Zachariadis wird 1956 gegen den Willen des ZK der KKE entstalinisiert und aus der Partei ausgeschlossen. Er wird in Sibirien festgesetzt. 1962 gelingt es ihm zu entkommen und in Moskau in der griechischen Botschaft um Rückkehr zu bitten und sich der Anklage wegen Kriegsverbrechen zu stellen. Dazu kommt es nicht, er wird stattdessen von der sowjetischen Polizei festgenommen und erneut nach Sibirien gebracht. Dort stirbt er 1973 unter ungeklärten Umständen.

Autor: Linus Deitermann

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