Griechenland

Griechenland

Dimitrios Ioannidis Δημήτριος Ιωαννίδης 1973 – 1974:

Dies ist der Repräsentant des rechten Flügels der faschistischen Junta. Er übernimmt nach dem blutigen Rumgeeier von Papadopoulos die Macht und stellt diesen unter Hausarrest.

Ioannidis versucht nun über eine Radikalisierung des Terrors und militärischer Expansion die Diktatur zu erhalten. Oppositionelle werden daher jetzt noch verstärkter eingekerkert und gefoltert.

Im Sommer 1974 sorgt Ioannidis für einen Putsch auf Zypern, der eine Regierung an die Macht bringt, die das Programm verfolgt zuerst alle Türken umzubringen und sich dann mit Griechenland zu vereinigen. Es kommt zu Pogromen an der türkischen Bevölkerung Zyperns bis das NATO-Mitglied Türkei militärisch eingreift, die zypriotischen Faschisten stürzt und den Völkermord so verhindert. Von dieser Zypern-Episode hat man sich in Griechenland bis heute nicht distanziert, auch im Westen gilt bis heute die Türkei als Aggressor des Zypernkonflikts, was zu der Nichtanerkennung der Türkischen Republik Nordzypern führt.

Es ist daher auch nicht das Problem, dass die griechische Militärdiktatur ein faschistischer Folterstaat ist, sondern, dass sie sich als unzuverlässig erweist und mit ihrem menschenverachtenden Terror und völkermörderischem Rassismus eine Machtübernahme des Pöbels in Griechenland zu provozieren droht. Schon die Proteste zwischen 1968 und 1973 gehen gefährlich in die Richtung einer demokratischen Zielsetzung. Und dies auch noch bei Mitwirkung und sogar Führung von marxistischen Kräften. Wie also schon 1944 muss eingegriffen werden, damit Griechenland das rückständige Agrarland bleibt, das von einer vor allem durch Korruption gekennzeichneten Elite regiert wird und den Seeweg zum inzwischen nicht mehr unter britischer, sondern US-amerikanischer Kontrolle stehenden Suezkanal absichert. Gleichzeitig treten die EG-Europäer auf und entdecken, dass Griechenland wunderbar geeignet ist als Absatzmarkt für ihren Exportindustrieschwachsinn, sowie zur touristischen Ausbeutung und setzen ihre Interessen auch durch.

So wird in Griechenland eine Kommission von Experten gebildet, die den „Übergang zur Demokratie“ organisieren soll. Dieser Kommission gehören wesentliche Teile der Junta und die Überbleibsel der alten royalistischen Herrschaftsclique, sowie „internationale Beobachter“ an.

Ioannidis ist an diesen Prozessen nicht mehr beteiligt, er wird stattdessen wegen Menschenrechtsverbrechen und Korruption zum Tode verurteilt, was später in lebenslange Haft umgewandelt wird, in der er 2010 mit 87 Jahren stirbt.

Autor: Linus Deitermann

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>