Griechenland

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Konstantinos Mitsotakis Κωνσταντίνος Μητσοτάκης 1990 – 1993:

Say Macedonia [public domain] http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Say_Macedonia.png&filetimestamp=20051030162813

Dies ist der Neffe von Venizelos, der nun beim dritten Versuch mit seiner ND-Partei zwar keine Mehrheit, aber immerhin genau die Hälfte der Sitze gewinnen kann. Es gelingt ihm einen einzelnen anderen Abgeordneten für eine Koalition zu gewinnen und so kann es nun weiter gehen.Hintergrund für diese Probleme der Mehrheitsfindung ist, dass Papandreou die Bonussitze für die stärkste Partei abgeschafft hatte. Für eine Mehrheit der Sitze brauchte man also eine Mehrheit der Stimmen. Diesen undemokratischen Unsinn macht Mitsotakis sofort wieder rückgängig. Es gibt damit wieder Bonussitze für die stärkste Partei und das wird später noch wichtig werden.

Die Regierungszeit bringt Mitsotakis hinter sich ohne irgendetwas wirklich wichtiges zu tun. Es werden ein paar Beamte entlassen, Gehälter gekürzt und Staatsbetriebe privatisiert. Ein großer Einschnitt ist das aber noch nicht.

Ende 1992 macht Mitsotakis dann doch noch auf sich aufmerksam. Er verhindert, dass Mazedonien international unter dem Namen Mazedonien auftreten darf. Es scheint ihn zu verwirren, dass es auch eine griechische Provinz mit dem Namen Mazedonien gibt und er möchte Verwechslungen ausschließen. Dieser sicher gut gemeinte Vorstoß, der absolut gar nichts mit irgendwelchen längst vergangenen expansionistischen Plänen zu tun hat, erregt international Unverständnis. Mazedonien ist gezwungen als „ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien“ aufzutreten. Die UN bittet Griechenland und Mazedonien wegen dem Namensstreit keinen Krieg zu beginnen, was Mitsotakis befolgt. Allerdings beendet diese Sache trotzdem seine Karriere. Der Koalitionspartner nämlich findet die griechische Position peinlich und versagt der Regierung seine Unterstützung. Mitsotakis verfügt damit nur noch über 150 der 300 Sitze und es werden somit Neuwahlen nötig. Die PASOK gewinnt und hat, wegen den wieder eingeführten Bonussitzen, eine stabile Mehrheit. So kommt Papandreou II. noch mal zurück.

Mitsotakis bleibt bis 2004 im Parlament, dann scheidet er nach 56 Jahren parlamentarischer Arbeit (nur unterbrochen durch die Militärdiktatur, die er im Exil verbringt) als dienstältester Abgeordneter aus. Seine Tochter ist von 2006 bis 2009 Außenministerin, sein Sohn sitzt aktuell für McKinsey und Siemens im Parlament. Diese griechische Politik hat ein massives Problem mit Vetternwirtschaft.

Autor: Linus Deitermann

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