Griechenland

Griechenland

Konstantinos Alexandrou Karamanlis Κωνσταντίνος Αλεξάνδρου Καραμανλής 2004 – 2009:

Kostas Karamanlis Apr 29 08 [Namensnennung 3.0 Unported] Urheber: Kremlin.ru http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kostas_Karamanlis_Apr_29_08.jpg?uselang=de

Dies ist ein Neffe des liberalen Karamanlis, der die Obristen und die Monarchie angeschafft hatte.Der Neffe hat keine so großen Ambitionen. Nach seinem Wahlerfolg mit den Neodemokraten 2004, der auch dem Bonussystem des Wahlrechts geschuldet ist, sonnt er sich zunächst in den kurz danach stattfindenden Olympischen Spielen. Diese sind symptomatisch für die griechische Wirtschaft. Viele Menschen, vor allem Nicht-Griechen, verdienen Millionen an diesen Spielen, der Staat bleibt aber auf Milliarden von Schulden sitzen. In sämtlichen Sektoren der griechischen Wirtschaft passiert dies mehr oder weniger. Millionen fließen aus Griechenland ab und der Staat macht Schulden über Schulden. Dies führt zu einer Krise. Der Staat versucht Geld durch die Reduzierung von Gehältern zu sparen und die Wirtschaft macht freudig mit. Streiks und Ausschreitungen sind die Folge. Diese werden von der EU auch gleich für die Krise verantwortlich gemacht und Griechenland aufgetragen, die Löhne weiter zu senken und mehr staatlichen Besitz zu veräußern und Steuern zu senken. Die Drohung schon hier: Der EURO würde sonst den Griechen wieder weggenommen (da sie ja 2004 falsche Statistiken eingereicht hätten). Auf keinen Fall wollen weder die EU noch Karamanlis die Einnahmen des Staates erhöhen. Die Krise ist daher dauerhaft.

Immerhin macht sich Karamanlis um die Orthodoxe Kirche verdient. Die Mönche des (aus griechischer Sicht) autonomen Berges Atos erheben gegen den griechischen Staat Ansprüche auf einen See. Die Ansprüche sind eher zweifelhaft, beruhen sie doch auf einer eher zweifelhaften Schenkung eines oströmischen Kaisers. Anstelle also die Mönche in dem See zu versenken oder ihnen einfach die Nutzung am See einzuräumen, kompensiert Karamanlis den Anspruch durch die Überschreibung von staatlichen Grundstücken für lau an die Mönche. So fließen Millionen an den Berg Atos und der Staat hat noch weniger Geld. Ausländische Investoren hätten wenigstens für die Grundstücke irgendetwas bezahlt.

2007 ist der Staat schon ziemlich heruntergewirtschaftet. Deutlich wird dies als die griechischen Wälder witterungsbedingt Feuer fangen und die griechische Feuerwehr nicht in der Lage ist zu löschen (irgendwo musste ja gespart werden). Die EU hilft aber großzügig mit Krediten.

2008 ist die soziale Lage schon fast auf dem Siedepunkt als in Athen ein faschistischer Polizist einen 15-jährigen Schüler direkt von vorne vor Zeugen erschießt. Obwohl es von Anfang an mehrere Zeugenaussagen gab, die diesen Sachverhalt belegen, wiegelt die Regierung ab mit dem Hinweis auf die rechtsstaatliche Polizei. Athen und Griechenland sehen die stärksten Ausschreitungen seit Ende der Militärdiktatur. Die Forderungen gehen weit über die Aufklärung des Mordes hinaus. Die Entmachtung der Banken und der EU werden gefordert, sowie Steuererhöhungen und ein Sozialstaat. Karamanlis muss die Notbremse ziehen. Er lässt Wahlen veranstalten, die die Sozialdemokraten erwartungsgemäß erdrutschartig gewinnen. Diese müssen nun das Schlimmste verhindern.

Karamanlis ist wohl für Jahre für politische Ämter verbrannt.

Autor: Markus

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