Griechenland

Griechenland (Monarchie)

Konstantin I. Κωνσταντῖνος Αʹ 1920 – 1922:

The Official Portrait of King Constantine I of Greece [public domain] http://en.wikipedia.org/wiki/File:Constantine_I_of_Greece.jpg

1920 ist ein Katastrophenjahr für die Nationalisten. An den Fronten in Kleinasien wird deutlich, dass der neue Führer der Türken, Kemal Atatürk nicht so leicht zu besiegen sein wird und es gibt keine militärischen Erfolge mehr. Die Eroberung von Konstantinopel (eigentlich Istanbul) rückt in weite Ferne. Dann wird auch noch der nationalistische König vom Affen gebissen und stirbt. Die Stimmung im Volk schlägt um. Die Liberalen unter Venizelos verlieren die Wahlen. Die Wahlsieger führen eine Volksabstimmung zum Erhalt der Monarchie und zur Rückkehr der alten Königs durch. Diese Volksabstimmung gewinnt der alte König, der damit der neue König wird. Rein formal natürlich seit dem Tod seines Sohnes. Der Ausgang der Wahlen und der Volksabstimmung ist ein Zeichen dafür, dass ein Ende des Konflikts gewollt ist. Die Hoffnungen werden nicht erfüllt.

Konstantin versucht in Kleinasien den Status Quo zu erhalten und beendet weder den Krieg, noch die griechische Besetzung. Der Völkerbund erlässt mehrere Dekrete, die die griechische Herrschaft über weite Teile Kleinasiens sichern. Eine Einigung über Istanbul kann allerdings nicht erreicht werden. Die Stadt bleibt weiterhin unter internationaler Kontrolle.

Innenpolitisch sucht Konstantin seine Macht zu erhalten, indem er das Militär schwächt. Er entlässt mehrere Offiziere, gerade die die sich in Kleinasien verdient gemacht haben oder anders ausgedrückt, die Massenmörder. Binnen kürzester Zeit hat Konstantin daher die Armee gegen sich.

Konstantin unterlässt es irgendetwas für die Bevölkerung in Griechenland zu tun oder sich den linkeren Parteien Griechenlands anzunähern. Daher verliert er jegliche Machtbasis. Des Weiteren scheint die linke Opposition nicht in der Lage zu sein, von sich heraus die Macht zu übernehmen.

Eine Annährung an Kemal Atatürk misslingt. Kemal ist nicht interessiert an einem Status Quo, der Griechen in Kleinasien beinhaltet. Kemal ist auch nicht interessiert an völkerrechtlichen Abkommen. Die diplomatischen Erfolge von Konstantin sind daher nichts wert. Kemal sucht die militärische Entscheidung.

1921 wird klar, dass die Griechen den Türken nichts entgegenzusetzen haben. 1922 muss damit angefangen werden, die griechische Armee zu evakuieren. Die Türken rächen sich für die in Smyrna begangen Massaker nicht nur an den Soldaten, sondern auch an der griechischen Minderheit. Eine gewaltige Flüchtlingsbewegung nach Griechenland setzt ein. Der König tut nichts um diesen Leuten zu helfen. Griechenland rutscht in eine soziale Katastrophe. In dieser Stimmung gelingt es den Nationalisten mit der These, wären sie nicht abgewählt worden, wäre alles anders gekommen, wieder weite Teile der Bevölkerung hinter sich zu bringen.

Im August 1922 fällt Smyrna endgültig in türkische Hand und darf sich nun wieder Izmir nennen. Die Evakuierung schlägt in Chaos um. Nun werden die griechischen Siedlungen niedergebrannt. Wieder gibt es Tote. Konstantin stimmt der Umsiedlung von 1,5 Millionen Griechen zu. Im September kommt es zu einem Putsch, der die Abdankung Konstantins zu Gunsten seines Sohns fordert und durchsetzt.

Konstantin geht noch für ein paar Monate ins Exil nach Sizilien, wo er 1923 stirbt.

Autor: Markus

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