Griechenland

Griechenland (Monarchie)

Georgios II. Γεώργιος Βʹ 1922 – 1923:

Crown Prince George of Greece in German uniform [public domain] http://en.wikipedia.org/wiki/File:Greek_Crown_Prince_George.jpg

Dies ist der angesprochene Sohn, der Konstantin ins Exil folgte, mit ihm zurückkehrte und nun den Thron übernimmt. Griechenland ist nach der Niederlage in der Türkei in Aufruhr. Nationalistische Militärs putschen am 11.September und zwingen so Konstantin erneut ins Exil. Eine nationalistische und republikanische Regierung mit Venizelos nahe stehenden Militärs wird gebildet, die Monarchie allerdings wird noch nicht abgeschafft, es besteigt sogar der legitime Thronfolger den Thron. Wie schon während der Balkankriege und der ersten Zeit des Weltkriegs hat Griechenland also in Königshaus und Regierung zwei konkurrierende Machtfaktoren, die sich heftig bekämpfen. Die Militärregierung richtet mehrere royalistische Generäle hin, die während des Kriegs in der Türkei angeblich Vaterlandsverrat begangen haben.

Diese Hinrichtungen finden statt während gleichzeitig der Friedensvertrag von Lausanne umgesetzt wird. Dieser Vertrag legt fest, dass die Türkei ohne griechische Besetzungen Türkei sein darf. Daneben sieht der Vertrag noch die Umsiedlung von 1,5 Mio. Griechen aus der Türkei und 0,5 Mio. Türken aus Griechenland vor. Ein Austausch, der mit viel Leid für die Betroffenen verbunden ist. Einige Tausend der Umgesiedelten sterben, die Todeszahlen der Massaker während des Kriegs oder gar das indische Ausmaß wird aber bei Weitem nicht erreicht.

1923 ist jeder Vierte in Griechenland lebende Mensch ein Flüchtling aus der Türkei. Die aus der Türkei geflüchteten Soldaten sind zwischengelagert auf den Inseln und dürfen nicht nach Hause zurückkehren. Hier, wie überall in Griechenland herrscht Unterernährung. Die sozialen Kämpfe nehmen dementsprechend auch zu. Es kommt aber nicht zur sozialistischen Revolution, die Nationalisten können stattdessen die deutsche Monarchie (also Georgios) verantwortlich machen und graben den Linken damit das Wasser ab.

In dieser Situation ruft die Regierung Wahlen zu einer Verfassungsgebenden Versammlung aus, was in der Republik enden würde. Georgis will keine Republik. 1923 organisiert er einen royalistischen Putschversuch, an dem der spätere faschistische Diktator Metaxas führend beteiligt ist. Peloponnes und der größte Teil des ländlichen Festlands kommt unter Kontrolle der Royalisten, die Städte allerdings bleiben republikanisch und so scheitert der Putsch. Venizelos hat zuviel Unterstützung im Militär, vor allem die Marine ist durch und durch republikanisch. Im Volk hat die Monarchie auch überhaupt keine Unterstützung, was verständlich ist, schließlich handelt es sich bei dieser Dynastie um ein Relikt des Deutschen Reichs. Das Scheitern des Putsches jedenfalls führt zum Ende der Monarchie. Georgios geht im Oktober 1923 ins Exil nach Rumänien. Er verweigert abzudanken und gilt daher bis offiziell die Republik ausgerufen wird, als König. Er bleibt nicht in Bukarest, sondern widmet sich in London und Florenz einem extravaganten Leben.

1935 endet die Zweite Republik durch einen faschistischen Putsch, in dessen Folge die Monarchie wiedereingeführt und Georgis so zurück auf den Thron gesetzt wird um dann gemeinsam mit einer Militärregierung unter seinem Putschistenfreund Metaxas einem faschistisches Regime vorzustehen. Hier wird er u.a. für das Verbot der Bücher von Platon und Sokrates verantwortlich sein, aber das erzählen wir später.

Autor: Linus Deitermann

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