Bhutan

Bhutan

Gongsa Ugyen Wangchuck 1882/1907 – 1926:

Sir Ugyen Wangchuk and his family, 1905 [public domain] http://en.wikipedia.org/wiki/File:Sir_Ugyen_Wangchuk_and_his_family,_1905.jpg

Dieses kleine Land im Himalaja bildet sich als eigenständiges Territorium ab der Mitte des 17.Jahrhunderts heraus. Bis dahin war es Teil Tibets. Unabhängigkeitsbestrebungen der religiösen (und feudalen) Herren des Gebiets führen zu teils heftigen kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Kämpfern des Dalai Lama und den sich nun Bhutaner nennenden. Im Zuge dieser Kämpfe bildet sich eine feudale und theokratische Struktur aus mit einem zentralen religiösen Oberhaupt, dem Shabdrung. Daneben gibt es noch weltliche, militärische Herren, die Pönlops, die an strategisch wichtigen Punkten in Festungen residieren. Die Festungen dienen gleichzeitig als Klöster. Um diese Festungen herum bilden sich die Städte Bhutans.

Diese Organisation und auch die Kämpfe mit den Tibetern dauernd an bis Ende des 19. Jahrhunderts. Ab dem 18. Jahrhundert tauchen auch Briten auf, die Bhutan von Indien aus kolonisieren wollen. Der größte Teil Bhutans geht so verloren und ist heute Teil der Republik Indien (der Norden von Assam). Es bleibt somit nur das Gebiet ganz oben auf den Bergen, inklusive einiger relativ wichtiger Pässe. In den 1870er Jahren versuchen die Briten auch dieses Gebiet unter ihre Kontrolle zu bringen und schließen deshalb einen Pakt mit einem protibetischen Pönlop aus dem Westen von Bhutan. Dies führt ab 1882 zu einem blutigen Krieg in Bhutan an dessen Ende der Pönlop Zentralbhutans Wangschuck (mittig im Bild) das komplette Staatsgebiet unter seine Kontrolle bringen kann. Die Briten akzeptieren das und lassen ab von dem Plan Bhutan wieder Tibet anzugliedern und auf diese Weise über Bhutan Einfluss auf dieses deutlich größere und bedeutendere Land zu gewinnen.

Stattdessen errichten die Briten 1904 in Lhasa mit Wangschucks Hilfe eine Botschaft. Es beginnen Handelsbeziehungen zwischen Tibet und Indien, die über Bhutan abgewickelt werden. Wangschuck wird für diese Hilfe zur Zivilisationsbringung vom englischen König zum Ritter geschlagen und kann sich, so protegiert, schließlich 1907 zum König ausrufen lassen. Er steht damit der ersten Zentralregierung Bhutans vor.

Um sich die volle Macht zu sichern sorgt Wangschuck dafür, dass der Shabdrung, der religiöse Führer des bhutanischen Buddhismus, nicht wiedergeboren wird. Wie bis heute beim Dalai und auch Panchem Lama praktiziert, gab es auch beim Oberhaupt des bhutanischen Buddhismus eine spirituelle Erbfolge. Nachdem nun 1903 der Shabdrung gestorben war und bis 1906 kein neuer aufgetaucht ist, erklärt Wangschuck sich selbst zum spirituellen Führer Bhutans und vereinigt damit religiöse und weltliche Macht in einer Person, nämlich in seiner. So kann er bis zu seinem Tod absolut herrschen.

1910 schließt Wangschuck ein Abkommen mit den Briten, das ihm volle Souveränität über die inneren Angelegenheiten zusichert, eine Intensivierung des Handels mit Indien beinhaltet und Bhutans Haltung in der Außenpolitik (hier geht es wohl vor allem um China) an die Briten koppelt.

Der Handel mit Indien führt zu einigen Modernisierungen. So werden die ersten Schulen errichtet und Elektrizität und ein Postwesen eingeführt. Kurz vor seinem Tod lässt sich Wangschuck von den Briten zusichern, dass seine Söhne seine Nachfolge übernehmen. Wangschuck ist damit nicht nur der Vater des Staates Bhutan, er ist auch Begründer der bis heute herrschenden Dynastie.

1926 stirbt Wangschuck im für einen absoluten Monarchen recht jungen Alter von 64 Jahren einen natürlichen Tod.

Autor: Linus Deitermann

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