Estland

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Jüri Jaakson 1924 – 1925:

JüriJaakson [public domain] http://commons.wikimedia.org/wiki/File:J%C3%BCriJaakson.jpg

Dieser Jurist und Banker ist der Gerichtsminister der ersten Regierungen nach Abzug der Deutschen.Den Umsturzversuch der Kommunisten nutzen die Konservativen dazu, Estland in einen Polizeistaat umzuwandeln. Jaakson setzt dies um indem er die Freiwilligenarmee, die noch aus der Zeit der Kämpfe erst gegen die Deutschen, dann gegen die Bolschewiki von 1917 bis 1920, besteht, reaktiviert und ausweitet. Diese paramilitärischen Gruppen werden auf 42.000 Mann ausgeweitet und bekommen polizeiliche Befugnisse, die teils weitergehen als die der offiziellen Polizei.

Gleichzeitig tut Jaakson aber auch was Gutes. Die Regierung ermöglicht jeder nationalen Gruppe, die in Estland mindestens 3000 Personen umfasst eine kulturelle Selbstregierung. Juden, Deutsche und Russen kommen so in den Genuss von eigenen staatlich finanzierten Schulen und ihre Sprachen werden Amtssprachen. Estland gilt deshalb in den 20ern und 30ern als der Staat in Europa mit dem besten Minderheitenschutz.

1925 wechselt der Staatsälteste mal wieder, aber das ist nicht so wichtig, es regieren ja eh immer die Konservativen.

Jaakson wird 1926 Präsident der Zentralbank und bleibt dies bis 1940. Auch im Unternehmerverband, mehreren Lobbygruppen und dem Parlament (nicht durchgehend) ist er bis zum Zweiten Weltkrieg vertreten. Die Sowjets deportieren ihn nach Sibirien. Er wird 1942 zum Tode verurteilt und hingerichtet. Sein Verbrechen war es, aus einem Land zu kommen, dass von Nazideutschland besetzt wurde, also ein Este zu sein.

Autor: Linus Deitermann

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