Estland

Sowjetunion
Johannes Vares 1940 – 1941:

Dieser Literat und Kommunist der ersten Stunde und Veteran des Bürgerkriegs wird von Päts zum Ministerpräsidenten ernannt. Vares war in der Zwischenkriegszeit in Estland eines der wichtigsten Sprachrohre der Linken und preisgekrönter Autor mehrerer Bücher.

Nun organisiert er die Integrierung Estlands in die UdSSR. Vares wird Chef des Obersten Sowjets und bleibt dies bis nach dem Krieg. Er kann als dieser nicht selbstständig handeln, sondern vollstreckt nur.

Es wird das sowjetische System auf Estland übertragen. Sämtliche Industrie und die Banken werden verstaatlicht und der Boden kollektiviert. Der Rubel ersetzt den Kronen. Es geht hierbei aber weniger um die Vergrößerung der Union, als vielmehr darum Estland auszuplündern. Die meiste Industrie wird stillgelegt und die Maschinen und Güter nach Russland abtransportiert und zahlreiche Arbeitskräfte gleich mit. Das Finanzkapital wird ebenfalls abgezogen.

Die politische und militärische Führung Estlands wird zu großen Teilen getötet oder deportiert. Zu Widerstand kommt es nicht, da ein solcher im Keim erstickt wird.

Im Juni 1941 greift die Wehrmacht die Sowjetunion an. Die Rote Armee flieht daraufhin aus Estland und überlässt den Deutschen kampflos das Land. Die Besetzung Estlands hat der Sowjetunion nichts gebracht außer eine feindselige Bevölkerung, die nun die Nazis als Befreier empfängt.

Vares flieht 1941 aus Tallinn nach Moskau. Dort bleibt er bis 1944, dann kehrt er in seine Heimat zurück und sorgt für die erneute Eingliederung in die Sowjetunion. Es beginnt der Wiederaufbau und gleichzeitig gibt es wieder Deportationen und Massenexekutionen, die sich eher willkürlich gegen alle Esten, als gegen Kollaborateure richten. Schließlich trifft es auch Vares. Er begeht 1946 Selbstmord um einer Verurteilung zuvorzukommen. Es bleibt dabei, wer in Estland die Regierung übernimmt, wird von Stalin umgebracht. Egal was man als Regierungschef gemacht hat.

Autor: Linus Deitermann

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