Estland

Kommunisten

Jaan Anvelt 1918 – 1919:

Jaan Anvelt 1925 [public domain] http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Jaan_Anvelt_1925.jpg

Eine Woche nach dem Beginn des Abzugs der deutschen Armee beginnt die Rote Armee einen Feldzug zur Rückeroberung des Baltikums. Jaan Anvelt kommt mit der Sowjetarmee zurück in seine Heimat und proklamiert die Sowjetmacht.Die Rote Armee kommt bis 34 Km vor Tallinn, wird dann aber zurückgeschlagen durch die internationale Reaktion bestehend aus belarussischen, polnischen, skandinavischen und britischen Truppen, sowie der russischen Weißen Armee und einigen Esten. Die Kämpfe in Estland sind wie viele des Russischen Bürgerkriegs sehr blutig. Es sterben deutlich mehr als 10.000 Menschen.

In den kommunistisch kontrollierten Gebieten wird eine gegenüber Sowjetrussland analoge Politik betrieben. Die Industrie wird verstaatlicht und die klerikalen und adligen Grundbesitzer gewaltsam entmachtet. In diesem Zusammenhang wird auch der Bischoff Platon getötet der 2000 heilig gesprochen wurde.

Die Estnische Rote Armee unter Anvelt verliert, bleibt jedoch auch über diese Niederlage hinaus bestehen und nimmt noch an einigen Kämpfen des Bürgerkriegs Teil. So in der Ukraine, wo sie mit 20.000 Soldaten am Sieg gegen Machno beteiligt ist.

Nach dem Sieg im Bürgerkrieg kehrt Anvelt im Auftrag der Komintern nach Estland zurück und führt die illegale Kommunistische Partei. 1924 scheitert ein Umsturzversuch, danach muss Anvelt zurück nach Moskau. Er bleibt aber wohl bis in die 30er der heimliche Führer der illegalen Partei. Anvelt arbeitet weiter bei den Komintern und wird schließlich Mitglied des EKKI. 1937 wird er im Zuge der stalinschen Säuberungen verhaftet, angeklagt, aber nicht verurteilt, da er beim Versuch ein Geständnis zu erreichen zu Tode gefoltert wird. Post mortem zum Volksfeind erklärt, wird Anvelt 1956 rehabilitiert.

Autor: Linus Deitermann

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>