Estland

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Jaan Tõnisson 1919 – 1920:

Jaan Tonisson1928 [public domain] http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Jaan_Tonisson1928.jpg

Dieser Nationalist war ein Gegner der Revolution von 1905, da er unter keinen Umständen mit Sozialisten zusammenarbeiten möchte. Er wird dann von Niki ausgesucht das Feigenblatt für die Liberalisierungen nach 1905 zu spielen. Tõnisson ist Vorsitzender der ersten legalen estnischen Partei im Zarenreich und zieht dann auch in die Duma ein. Nachdem der Zar irrigerweise meint alles wieder im Griff zu haben wird Tõnisson für diesen überflüssig und für drei Monate ins Gefängnis gesteckt und bekommt Publikationsverbot.1917 gehört Tõnisson zu den ersten, die einen unabhängigen estnischen Staat fordern. Mit den Bolschewiki versteht er sich gar nicht und bekämpft diese gewaltsam und ist deshalb gezwungen ins Ausland zu fliehen. Die deutsche Besatzung würde er gerne befürworten, nur leider sind die Deutschen nicht dazu bereit eine estnische Kollaboration zuzulassen und daher sitzt Tõnisson etwas hilflos in Kopenhagen und Stockholm rum bis die Deutschen abziehen. Nun kehrt er zurück und wird Minister ohne Aufgabenbereich und nimmt als estnischer Delegierter teil an den Pariser Friedensverhandlungen. Bei den ersten Wahlen tritt er an, wird aber nur Dritter. Die Esten wählen sozialdemokratisch. Diese Wahlniederlage berechtigt Tõnisson dazu etwas später Ministerpräsident zu werden und den (bürgerlichen) Staat aufzubauen.

Tõnisson hat nicht die Unterstützung der Bevölkerung und auch nicht wirklich des Parlaments, trotzdem gelingen ihm zwei wesentliche Erfolge für Estland. Erstens schließt er einen Friedensvertrag mit Sowjetrussland, der den Krieg beendet und die gegenseitige Anerkennung bedeutet. Dies wird Tõnisson von den strickt antikommunistisch regierten neuen aus dem Zarenreich hervorgegangenen Staaten übel genommen, das macht aber nichts. Zweitens besetzt Estland die Stadt Valga/Valka, die zwischen Estland und Lettland umstritten ist. Unter Vermittlung der Briten werden aus der einen Stadt zwei Städte. Die nördliche (Valga) wird estnisch, die südliche (Valka) lettisch, so ist es bis heute.

Dann verliert Tõnisson die Parlamentsmehrheit, wird sie aber bald wieder finden.

Autor: Linus Deitermann

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