Estland

Estland

Konstantin Päts 1921 – 1922:

Cfekonstantin11 [public domain] http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Cfekonstantin11.jpg

Päts bildet die erste konstitutionelle Regierung. Es ist dies eine Rechtsregierung mit Unterstützung der Arbeiterpartei. Die Opposition ist vor allem gebildet aus Sozialdemokraten und der Unabhängigen Arbeiterpartei, die sich aus dem Potential der verbotenen KP rekrutiert.Die bürgerliche parlamentarische Demokratie funktioniert in Estland vergleichsweise gut, der junge Staat ist stabil. Dies ist bemerkenswert, befinden sich mit Polen, Sowjetrussland und Finnland die drei großen Staaten der Region gerade im Bürgerkrieg. Litauen und Lettland sind ewig von einer demokratischen Verfasstheit entfernt, in Estland hingegen ist nichts besonderes los.

Päts geht diesen Weg der Stabilität weiter, indem er für weltweite Diplomatie sorgt. Litauen, Lettland, und die USA erkennen Estland an, womit jetzt alle Nachbarstaaten und alle relevanten Mächte diplomatische Beziehungen zu Estland haben.

Wirtschaftspolitisch gibt man sich laissez-faire und profitiert neben der Unterstützung der Westmächte gegen die Rote Gefahr davon, dass man die Sowjetregierung anerkannt hat und so das Nadelöhr für russische Exporte sein kann. Im großem Umfang wird Anfang der 20er russisches Gold über Estland nach Westeuropa gebracht.

Päts ist damit insgesamt eigentlich sehr erfolgreich, aber Strandman und die Arbeiterpartei stört sich (zurecht) daran, dass sich durch den unreglementierten Finanzmarkt eine Blase bildet, die zu platzen droht und irgendwie ist es für eine zumindest vorgeblich sozialistische Partei auch nicht tragbar einer Regierung anzugehören, die so überhaupt nichts soziales macht. Die Arbeiterpartei schert aus der Koalition aus und damit ist die Mehrheit für Päts dahin. Es gibt also nach knapp zwei Jahren wieder eine andere Regierung. Päts wird hier aber noch häufiger behandelt werden.

Autor: Linus Deitermann

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