Somalia

Jubbaland

Ahmed Mohamed Islam seit 2010:

Dies war ein Kämpfer der Islamischen Gerichte. Islam wird 2006 bei der Offensive Äthiopiens verwundet und flieht nach Kenia, wo er festgenommen wird. 2009 kommt es zu einem Bruch innerhalb der Nachfolgeorganisation der Gerichte. Ein Teil schließt sich der „Übergangsregierung“ an, ein anderer Teil kämpft als Shabaab weiter und wiederum ein weiterer wird repräsentiert durch Islam. Er gründet 2010 die Raskamboni Front. Diese hat ihren Rückhalt nördlich von vom Shabaab kontrollierten Gebiet an der Grenze zu Äthiopien.

Die Raskamboni Front ist in heftige Kämpfe mit Shabaab verwickelt und wird dabei von der „Übergangsregierung“ unterstützt. Diese Unterstützung gestaltet sich aber als schwierig, da die TFG außer einem kleinen Teil von Mogadischu nichts kontrolliert und auch diesen nur mit sehr viel Mühe halten kann.

Die Kämpfe finden also statt zwischen Shabaab und Raskamboni. In den Ogaden gibt es schon seit den 70ern eine somalische Guerilla, die teilweise in diese Auseinandersetzungen verwickelt ist, was die Kämpfe auf äthiopisches Staatsgebiet ausweitet. Die äthiopische Armee greift deshalb in die Kämpfe ein, wobei es den Äthiopiern vor allem darum geht die Ogaden stabil zu halten. Mal kommt es zu Bündnissen zwischen Raskamboni mit Äthiopien, mal vertreibt die äthiopische Armee aber auch die Kämpfer von Raskamboni in Richtung Süden. Schließlich greift Kenia mit einer großen Streitkraft ein und besetzt diesen Teil Somalias. Schabaab wird geschlagen und Raskamboni wird als ein Teil der Lokalregierung erwählt. Teile von Schabaab schließen sich der Regierung an, dafür gehen aber auch Teile von Raskamboni in Opposition. Trotz dieser weitgehenden Entpolitisierung gelingt es den Kenianern mit der Unterstützung Islams und Raskambonis relativ gut das Gebiet stabil zu halten. Es haben sogar schon zaghafte Versuche begonnen die dortigen Bodenschätze zu erschließen, die Besatzung scheint sich für Kenia also auszuzahlen (und sicherlich auch für Islam)

Äthiopien ist wohl ausgebootet, die EU und die USA scheinen momentan eher auf die Ölvorkommen weiter im Osten konzentriert (Shell Die Niederlande hat sich hier mit größeren Militäreinsätzen vor Kurzem hervorgetan), somit sieht es ganz gut aus für Kenia. Allerdings kann der kenianische Imperialismus in Somalia nicht ohne westliche Unterstützung agieren. Der anvisierte Bergbau wird mit US-amerikanischen und EUropäischen Partnern durchgeführt werden (sofern es denn gelingt, das Gebiet einigermaßen stabil zu halten) und überdies stehen die kenianischen Truppen unter dem Befehl von US-amerikanischen Privatunternehmen (nicht dem Staat). Es handelt sich nämlich bei den kenianischen Truppen im Wesentlichen um Private Contractors von Bechtel und Halliburton. Die bisherigen privatisierten Kriege waren nicht allzu erfolgreich, man wird sehen wie es hier im Südwesten von Somalia weitergeht. Eventuell sind hier die Erfolgsaussichten größer als beispw. im Irak, da der militärische Gegner ebenfalls aus Söldnern besteht.

Autor: Linus Deitermann

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