Somalia

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Hassan Sheikh Mohamud ‏حسن شيخ محمود‎; seit 2012:

By DFID – UK Department for International Development [CC-BY-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons” href=”http://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AHassan_Sheikh_Mohamud_2013.jpg”>

Dieser Universitätsprofessor hat seine akademische Karriere in Mogadischu und Indien absolviert. Seit seiner Rückkehr aus Indien hat für verschiedene UN-Organisationen gearbeitet und hält sich so aus dem Bürgerkrieg heraus. In der somalischen Bevölkerung wird er daher auch nicht wahrgenommen.

2011 gründet er die Partei für Frieden und Entwicklung und wird dessen Vorgesetzter.

2012 hat sich die Situation in Mogadischu soweit stabilisiert, dass die internationale Gemeinschaft es wagt, eine richtige Regierung einzusetzen, anstatt der bisherigen Übergangsregierungen. Durch die Intervention der kenianischen Truppen in de Süden des Landes ist Al-Schebab auch soweit geschwächt, dass dieser Versuch gelingt. Hierfür muss zunächst ein Parlament gewählt werden. Dies passiert auch. Es bleibt aber ein völliges Mysterium, wer dieses Parlament wählt. Sicher ist, dass weder das Volk noch Al-Schebab irgendwie beteiligt sind. Die sich für wichtig haltenden Clans entsenden Abgeordnete, Puntland tut dies und auch viele Exilsomalier kehren nach Mogadischu zurück.

Dieses Parlament wählt dann Sheikh Mohamud. Einige Kommentatoren nennen dies überraschend, weil in Somalia doch niemand diesen UN-Angestellten kennt. Es zeigt wohl nur, wie weit diese Parlament von der Wirklichkeit im Land entfernt ist und dass kein beteiligter Clan stark genug ist, um den eigenen Kandidaten durchzusetzen.

Sheik Mohamud nennt sich nun Präsident und bildet eine Regierung, die zu Dreivierteln aus Exilsomaliern besteht. Erstmals seit der sozialistischen Phase sind auch wieder Frauen an der Regierung beteiligt. Die Familienministerien verkündet auch gleich, das seit vierzig Jahren verbotene Beschneiden von Mädchen nun abschaffen zu wollen. Abgesehen von Puntland, das die Regierung unterstützt, ist die Machtbasis dieser Regierung aber fraglich. Manche behaupten sich stütze sich hauptsächlich auf Vertreter internationaler Organisationen und nationaler Staaten, die sich zuhauf und sehr unübersichtlich in Somalia tummeln. Von den USA über Norwegen, Russland, Indien, China bis zur Türkei gibt es starke nationale Kontingente. Ich bezweifle, dass es irgendjemanden in Brüssel gibt, der angeben kann, wie viele EU Missionen sich derzeit in Somalia aufhalten und was diese im Einzelnen tun. Daneben gibt es natürlich noch die diversen UN-Organisationen, an denen die anderen auch wieder beteiligt sind. Dieses starke internationale Interesse führen zynische, materialistische Kommentatoren auf die vermuteten Ölvorkommen vor der Küste Somalias zurück. Aber warum sollte man das immer wieder formulierte Ziel des Aufbaus von Frieden und Demokratie in Frage stellen. Wer für die UN arbeitet, braucht keine Propaganda.

Schon wenige Tage nach seinem Amtsantritt wird auf Sheik Mohamud ein Selbstmordattentat verübt, das dieser aber im Gegensatz zum Großteil seiner Leibwächter überlebt. Das Attentat passiert, als er sich überzeugen wollte, ob ein bestimmter Stadtteil von Mogadischu von Al-Schebab geräumt ist.

Auch im übrigen Land hat er wenig Kontrolle. Der Süden wird kontrolliert von Kenia, Somaliland macht sein eigenes Ding und überall sonst, kann alles mögliche passieren.

Im April 2013 wird Mogadischu von einer Anschlagsserie erschüttert, die an die Verhältnisse in Bagdad erinnert. Die EU überlegt ihre entsendeten Missionen zurück zu holen. Bislang ist dies aber nicht passiert.

Autor: Markus

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