Somalia

Somaliland

ضاهر ريالي كاهن Dahir Rayale Kahin 2002 – 2010:

Dies ist der Geheimdienstchef in den 80ern. Er geht 1990 in Opposition und schließt sich Egal an mit dem zusammen er das nun unabhängige Somaliland in die Demokratie führt. Hierfür wird 2001 eine Verfassung verabschiedet und in einem Referendum vom Volk gebilligt. Es werden drei Parteien gegründet, die in Wahlen gegeneinander antreten sollen.

Die Verfassung schreibt die Scharia als Rechtssystem fest (mit einigen Ausnahmen, wie etwa dem Verbot von Prügelstrafen), erklärt den Islam zur Staatsreligion und beschreibt das System Somalilands als „Freie Marktwirtschaft“.

Kahins erste Amtshandlung ist die Organisierung von Kommunalwahlen, denen ein halbes Jahr später Parlaments- und Präsidentschaftswahlen folgen sollen. Aber es gibt Probleme. Die Regierung von Puntland beansprucht einige von Somaliland kontrollierte Gebiete und versucht militärisch die Wahlen dort zu verhindern. Es kommt zu mehreren recht heftigen Kämpfen, welche die ersten in Somaliland seit 1991 sind. Einige der Gebiete werden von Puntland besetzt, es kommt allerdings auch zu einem somalilandschen Gegenangriff auf von Puntland kontrollierte Gebiete. So wird also ein Gebietsaustausch vollzogen.

Die Wahlen finden dann in allen von Somaliland kontrollierten Gebieten statt und Kahins Partei gewinnt. Die Wahlen gelten international als fair, wenn auch die Teilnehmerzahl auf die drei Parteien beschränkt ist.

Die Kämpfe zwischen Somaliland und Puntland gehen weiter. Bis heute kommt es immer wieder zu teils heftigen militärischen Auseinandersetzungen, in die teilweise auch Bürgerkriegsparteien aus dem Süden eingreifen. Auch Aweys und seine Gerichte sind zeitweise präsent. Einen Höhepunkt haben die Grenzstreitigkeiten 2007 als um die 20.000 Menschen nach Somaliland oder Puntland vertrieben werden. 2010 greift Äthiopien erstmals in Somaliland ein und zerschlägt gemeinsam mit der somalilandschen Armee einen Clan. Das äthiopische Eingreifen ist kein gutes Zeichen für die zukünftige Stabilität, bedenkt man die Entwicklungen im Süden.

Außerhalb der umkämpften Regionen bleibt Somaliland aber auch unter Kahin stabil. Es gelingt Saudi-Arabien hier eine verlässliche Quelle von Lebensmitteln und anderen landwirtschaftlichen Gütern zu betreiben. Hierzu gehört auch die Gründung einer somalilandschen Airline, die ein Jointventure des Staats und Adeligen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ist.

Ansonsten gelingt Kahin noch ein außenpolitischer Erfolg als eine Delegation Somalilands vom Parlament von Wales empfangen wird. Wales ist leider durch die englische Monarchie besetzt und daher bedeutet dies nicht die erste Anerkennung Somalilands.

2008 sollten eigentlich Parlaments- und Präsidentschaftswahlen stattfinden, aber die Umfragen sehen eine Niederlage Kahins wegen den eher erfolglosen Auseinandersetzungen mit Puntland voraus und daher macht er den Batista und sagt, dass eine Durchführung von Wahlen die Demokratie gefährden würde. Bis 2010 kann sich Kahin illegitim an der Macht halten, dann willigt er der Abhaltung von Wahlen zu und die Opposition kann ihn nach den Wahlen auch friedlich ablösen. Somaliland bekommt so eine sich als sozialistisch bezeichnende Regierung.

Autor: Linus Deitermann

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