Somalia

Somaliland

حمد محمد محمود سيلانيو Ahmed Mahamoud Silanyo seit 2010:

Der Sozialist übernimmt also. Auch er kommt aus der Guerilla, die gegen Barre kämpfte. Silanyo war zwar in Opposition zu seinen Vorgängern, aber wirklich was anderes als seine Vorgänger macht er nicht. Die enge Zusammenarbeit mit Äthiopien wird fortgesetzt. So z.B. durch ein Abkommen, dass Äthiopien die Nutzung somalilandscher Häfen gestattet. Dies sorgt dafür, dass viele Staaten der Welt mit der Regierung Somalilands in Kontakt treten um ihren Handel mit Äthiopien abzuwickeln. Silanyo kann in diesem Zusammenhang einen weiteren außenpolitischen Erfolg feiern, als er vom chinesischen Präsidenten empfangen wird.

Für Äthiopien ist wegen der Nutzung somalilandscher Häfen ein zumindest halbwegs stabiles Somaliland wichtig. Die äthiopische Strategie in Somalia insgesamt für Instabilität zu sorgen und somit nicht befürchten zu müssen um die besetzten Ogaden kämpfen zu müssen verträgt sich da sehr gut mit der Stärkung der Separatisten. Das bedeutet aber auch, dass Äthiopien in Somaliland völlig anders Auftritt als im übrigen Somalia.

2011 gerät Silanyo kurz in die Schlagzeilen, weil ein illegaler Waffendeal mit Israel auffliegt.

Der Westen ist an Somaliland aktuell weniger interessiert. Die Militärs sitzen in Dschibuti, das Öl ist vor Puntland und ein Herkunftsland für Piraten ist Somaliland auch nicht. Manche Leute im Westen sind sich nicht sicher, ob Eritrea irgendwas in Somaliland macht. Sollte das so sein, ist Eritrea dabei nicht wirklich erfolgreich, die Äthiopier können den Hafen von Berbera tatsächlich nutzen.

Ansonsten dauern die Kämpfe mit Puntland um die umstrittenen Gebiete an, erreichen aber nicht mehr die Heftigkeit von 2007 bis 2010. Das kann aber jederzeit wieder eskalieren.

Vor kurzem ist es zu kleineren Streitigkeiten mit Äthiopien gekommen, weil die Regierung in Addis Abeba Hungerflüchtlinge aus dem Süden Somalias und den Ogaden nach Somaliland umgeleitet hat. Diese Flüchtlinge sind von Silanyo wieder zurück nach Äthiopien geschickt worden. Ein größeres Ärgernis ist das aber für Äthiopien nicht, durch die mehrfache Vertreibung/Flucht hat sich die Zahl der Hungerleider immerhin merklich verkleinert. Zudem sind gleichzeitig, sozusagen als Beschwichtigung, auch alle politischen Flüchtlinge aus Äthiopien (vor allem muslimische Geistliche) von Silanyo ausgewiesen worden und sitzen jetzt in den Folterkammern Äthiopiens.

Ende 2012 beginnen Gespräche mit der neuen “Regierung” von Somalia. Man einigt sich unter türkischer Vermittlung auf Zusammenarbeit für beider Seiten Vorteil. Konkret kommt nichts raus, außer dass Somaliland Kriminelle nach Somalia abschieben soll, sobald dort die Kapazitäten zur Aufnahme vorhanden sind (haha). Wichtiger als die Ergebnisse selbst ist dabei, dass überhaupt gesprochen wird. Man will wohl deutlich machen, dass die “Regierung” von Somalia nun tatsächlich eine Regierung ist und ist dafür bereit Somaliland einen diplomatischen Erfolg (man spircht ganz offiziell mit ihnen!) zu gewähren.

Autor: Linus Deitermann

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>