Somalia

Somalia

Mohamud “Adde” Muse Hersi  محمد موسى حرسي‎ 2005 – 2009:

Cadde1 [public domain] http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Cadde1.jpg?uselang=de

Dieser sympathische Herr war General unter Barre und als solcher zuständig für das nördliche Somalia. Damit ist er einer der Verlierer des Bürgerkrieges. Aber im Zuge der Auflösung von Somalia ist es ihm gelungen zu einem Machtfaktor in Puntland zu werden. Er wird zum Warlord und Führer eines Clans. Wenn man es so ausdrückt, ist auch klargestellt, dass die Situation in Puntland auf uralte Tradition und “Rassenmerkmale” zurückzuführen ist. Damit Puntland nicht wieder in die falsche Richtung abdriftet wird er nun zum Präsidenten gewählt. Schon unter Barre ein wertvoller Verbündeter der USA, baut er diese Kontakte nun aus. Puntland gerät völlig unter US-amerikanischen Einfluss. Militärberater bauen die Armee und die Küstenwache auf. Bis heute lassen sich die Handlungen der puntländischen Armee und der US-Streitkräfte in Somalia kaum trennen.Adde lässt ausländische Investoren ins Land. Dies sind im wesentlichen US-Firmen und Geldgeber aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dadurch gibt es einen Boom. Ein internationaler Flughafen wird gebaut. Adde sorgt dafür, dass die Grundschule für alle Kinder kostenfrei ist. Von einer Bildung für alle ist er aber weit entfernt. Dem überwiegenden Teil der Bevölkerung wird die Teilnahme am Boom verweigert. Was bedeutet, dass es zu Hunger, Prostitution und Kriminalität kommt. Adde gelingt es zwar die Union of Islamic Courts an den Grenzen von Puntland militärisch zu schlagen. Er kann aber nicht verhindern, dass sich die kriminellen Banden, die von dieser Bewegung vertrieben werden, in Puntland festsetzen. Obwohl er dies immer bestreiten wird, kommt es wohl zu einer Absprache zwischen ihm und diesen Banden. Diese verpflichten sich, den wirtschaftlichen Aufschwung der Adde Stadt Bosasso nicht zu stören und Adde stört die Banden nicht bei ihren Geschäften auf dem Meer. Schon vor dieser Absprache hat es Piraterie in Somalia gegeben. Diese lief wesentlich so ab: Ein Schiff wurde auf hoher See gekapert und dann an den Strand von Somalia gebracht und ausgeschlachtet. Die Besatzung wurde getötet. Nun wird ein Schiff immer noch gekapert, aber dann solange vor der Küste von Somalia geankert, bis es gegen Lösegeld wieder freigelassen wird. Die Besatzung wird zu Geiseln. Dieses Geschäftsmodell ist so erfolgreich, dass 2009 der internationale Schiffsverkehr vor Somalia (Route Europa – Asien) derart gestört wird, die Versicherungsprämien so hoch werden und sogar reiche Europäer auf ihren Jachten entführt werden, dass die Europäer und Asiaten nicht länger zusehen können und Kriegsschiffe in das Gebiet entsenden, um ihre Schiffe in Konvois zu schützen (China, Südkorea, Indien, Japan) oder Piraten zu fangen (EU). Die USA sind natürlich auch gegen Piraterie und beteiligen sich ebenfalls an der Piratenjagd. Obwohl Adde (nach eigenen Angaben) nie am Pirateriegeschäft partizipiert hat, gerät er wegen seiner Nähe zu den kriminellen Banden in Verdacht und verliert die Unterstützung der USA und wird daher 2009 nicht wiedergewählt. Dies hat natürlich nichts damit zu tun, dass diese Wahl von den US-Beobachtern organisiert wird.

Autor: Markus

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