Somalia

Somalia

حسين محمد فرح Hussein Mohamed Farrah Aidid 1996 – 1999:

Dies ist der Sohn von dem Sieger von Mogadischu. Ganz anders als sein Vater ist Hussein ein enger Vertrauter der USA. Er hat in den USA studiert, die US-Staatsbürgerschaft angenommen und ist Mitglied der Republikanischen Partei. Er macht Karriere im Militär (der USA) und ist von 1987 bis 1995 in Somalia. Er zieht mit der Armee ab, wird aber nach dem Tod seines Vaters zum Chef des Clans ernannt und nach Somalia zurückgeholt. Er nennt sich nun auch Interimspräsident.

Definitiv hat er nicht die Unterstützung der Bevölkerung, die sein Vater hatte. Es dauert daher nicht lange, bis die Erfolge im Südwesten und in Mogadischu zunichte gemacht sind. Somalia fällt völlig ins Chaos. Ab 1997 gibt es auch offiziell keine Regierung mehr. Hussein kämpft aber weiter und ist für viele Verbrechen verantwortlich. Kontrolle über mehr als seine durch die USA finanzierte Armee übt er nicht aus.

Der Krieg hat aber an Intensität verloren. Abgesehen davon, dass es in Mogadischu keine Regierung und Somalia keine Vertreter in New York hat, unterscheidet sich der Staat daher nicht so stark von einigen anderen afrikanischen Ländern, wie dem Tschad, Kongo-Kinshasa oder der Zentralafrikanischen Republik. Tatsächlich sind die Lebensbedingungen in diesen drei Ländern sogar noch schlechter als in Somalia. Trotzdem bekommt Somalia viel mehr Aufmerksamkeit. Der Staat wird zum Sinnbild des „failed State“ und alle möglichen Leute benutzen Somalia als Negativbeispiel. Sei es um zu zeigen, dass der Islam menschenverachtend ist, da er humanitäre Hilfe ablehnt oder dass Afrikaner nicht in der Lage sind sich selbst zu regieren. Auch Menschen, die keine Faschisten sind benutzen Somalia erstaunlich häufig. So etwa Antiimperialisten um zu zeigen, dass das Engagement des Westens dem Trikont nicht gut tut oder auch Marxisten um Anarchisten zu ärgern.

Die USA und ihre Anhängsel haben sich 1995 zurückgezogen und kümmern sich danach um wichtigere Dinge (etwa Jugoslawien erst kaputt bomben und danach besetzen). Die Nachbarstaaten Somalias können die Probleme dort nicht einfach so ignorieren. Äthiopien und Kenia haben massive Probleme mit der Aufnahme der vielen Flüchtlinge. Äthiopien greift deshalb 1996 direkt militärisch ein und besetzt einige Städte. Halten können sich aber auch die Äthiopier nicht. Hussein, der zu diesem Zeitpunkt Äthiopien unterstützt wird gemeinsam mit der äthiopischen Armee 1999 aus Somalia vertrieben.

2000 kommt er aber schon wieder. Er wird in Dschibuti ausgesucht Teil der „Übergangsregierung“ zu werden. Aber die anderen Leute dieser Regierung wollen ihn nicht. Hussein nennt sie deshalb Al-Qaida-Terroristen. 2003 aber haben sie ihren Disput ausgeräumt und Hussein wird Vizeministerpräsident und übernimmt einige Ministerposten. In der Regierung bleibt er bis 2007, als es zu schweren Kämpfen zwischen äthiopischen Soldaten und den Einwohnern Mogadischus kommt. Dies nimmt Hussein zum Anlass mit Äthiopien zu brechen und sie des Genozids zu bezichtigen. Er wird entlassen und setzt sich nach Eritrea ab. Eritrea ist ab 2006 in Somalia aktiv mit der Unterstützung der Alliance for the Re-liberation of Somalia (ARS), einer eher linken Gruppierung im Bürgerkrieg, die sich vor allem darum bemüht die 2006 wieder einmarschierten Äthiopier zu vertreiben. Hussein schließt sich dieser Gruppe an. 2009 zieht Äthiopien seine Truppen wieder ab und der ARS spaltet sich daraufhin in einen „Asmara“- und einen „Dschibuti“-Flügel. Hussein gehört dem letzteren an, er unterstützt also wieder die „Übergangsregierung“.

Autor: Linus Deitermann

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